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Das Abziehen beim Gewehrschießen

Aus Shooting.Wiki DE

Was helfen die beste Ausrüstung, saubere Technik und genaues Zielen, wenn man im letzten Moment den Schuss verreisst? Nicht mal wegen einer Verspannung, sondern nur durch eine falschen Haltung des Abzugsfingers oder weil das Abziehen an sich unsauber ist. Daher wollen wir hier in diesem Artikel auf die paar Sekunden vor dem Schuss eingehen und uns das Abziehen mal genauer ansehen.

Die Haltung des Abzugsfingers

Haltung Abzugsfinger.jpg
Bevor wir uns den Ablauf des Abziehens ansehen hier noch kurz die Haltung des Abzugsfingers:

Man berührt mit der Mitte des vordersten Fingergliedes das Abzugszüngel. Dort hat man am meisten Gefühl und ist am druckempfindlichsten – beides hilft dabei seinen Druckpunkt zu fühlen und auch sicher zu halten.

Ist man am Druckpunkt, dann steht das vorderste Fingerglied senkrecht zum Gewehr. Stimmt dieser Winkel nicht, so muss man das Abzugszüngel entweder nach vorne oder hinten schieben, bis man den rechten Winkel hat. Nur wenn dieser Winkel stimmt, zieht man genau in Schussrichtung ab. Stimmt der Winkel nicht, so zieht man mit dem Abziehen das Gewehr leicht nach links oder rechts und gibt dem Schuss noch einen Schubser mit.

Der Finger berührt NUR das Abzugszüngel und NICHT das Gewehr. Oft lassen Schützen ihren Finger unten am Abzugsschutz entlangschleifen. Nur wenn der Finger frei ist, kann man auch sauber abziehen.

Das Abziehen

Das Abziehen an sich kann man in grob vier Phasen gliedern:

  1. Sobald der Kopf auf der Schaftbacke liegt und das Gewehr soweit ruhig ist, wird der Abzugsfinger an das Abzugszüngel gelegt. Kurz bevor man zielt/wenn man anfängt zu zielen geht man auf den Druckpunkt.
  2. Haltezeit. Es wird gezielt und die letzten Feinstkorrekturen durchgeführt.
  3. Abziehen. Sobald das Zielbild passt wird abgezogen: Der Abzugsfinger erhöht den Druck bis der Schuss bricht und bleibt dann stehen! In der ERSTEN Ruhephase wird abgezogen. War Gewehr schon ruhig auf der Scheibe gestanden und es wackelt wieder wird abgebrochen. Ansonsten dauerd der Schuss zu lang und das Auge sieht Trugbilder
  4. Nachzielen!!! Diese Phase wird von vielen unterschätzt, aber sie ist mit einer der wichtigsten. Wir werden darauf in einem extra Artikel eingehen. Nach dem Schuss bewegt sich NICHTS. Der Abzugsfinger bleibt an Ort und Stelle und der Schütze zielt noch 1-2 Sekunden nach.

Was gerne falsch gemacht wird

Der Finger wird viel zu spät an den Druckpunkt gelegt (oder gar nicht) -> wenn das Zielbild passt reisst der Schütze den Finger nach hinten und verreisst den Schuss
Nach dem Schuss zieht der Finger das Abzugszüngel weiter nach hinten durch, dadurch verändert sich das Nachzielen – was wir nicht wollen
Der Finger schleift am Gewehr, somit gibt man dem Gewehr beim Abziehen noch einen Ruck mit:Der Finger zieht schräg ab und drückt den Schuss in eine Richtung (siehe oben)
Man spielt mit dem Abzug (geht an den Druckpunkt, geht wieder weg, usw.): Wenn das Zielbild passt, obwohl der Finger gerade vorne ist, reisst der Schütze den Finger komplett durch

Ist der Finger einmal sicher am Druckpunkt, wird entweder abgezogen, oder der Schussvorgang abgebrochen und komplett neu angefangen. Kein Spielen mit dem Abzug!

Das Abziehen gehört zum Handlungskomplex Atmen-Zielen-Abziehen.